Berliner Zeitungsviertel

13Aufschwung und Ende von Mosse(1)

Sein Medienreich wird als erstes braun

Im Verlag Rudolf Mosses erschien eine Zeitung nach der anderen neu: 1881 Deutsches Reichsblatt, 1889 Berliner Morgen-Zeitung, 1890 Allgemeine Zeitung des Judenthums, 1904 Berliner Volks-Zeitung sowie Gießerei-Zeitung. Rudolf Mosse war ein Medienzar geworden, einer der einflussreichen Männer des Kaiserreiches und der Weimarer Republik. Ihm war keine Herausforderung zu groß. So gab er ab 1897 das Deutsche Reichs-Adressbuch heraus. 1904 zählte es 5500 Seiten mit drei Millionen Adressen aus 60 000 Orten.

Mosse kaufte die benachbarten Grundstücke und bebaute sie zwischen 1900 und 1903 mit einem großen Gebäudekomplex. Nachdem in der Novemberrevolution der an der Ecke liegende Eingangsbereich zerstört worden war, ließ Mosses Schwiegersohn und Nachfolger Hans Lachmann-Mosse in den Jahren 1920 bis 1923 das Haus nach den Plänen des Architekten Erich Mendelsohn rekonstruieren und um zwei Etagen aufstocken. Mendelsohns berühmte Eckfassade (Schützenstraße/Jerusalemer Straße) ist erhalten geblieben und seit der Renovierung wieder der architektonische Höhepunkt des neuen Mosse-Zentrums.

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Vor dem Mosse-Haus wird 1914 ein Extrablatt zum Beginn des Ersten Weltkriegs verteilt.